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Mehr als 30 Jahre vor unserer Vereinsgründung machte ein Ibbenbürener Kegler Schlagzeilen in der deutschen Presse: Heinrich Brachmann
. Dieser Mann war ein Allround-Sportler als Leichtathlet, Turner, Fußballer und Kegler.
Von Beruf Gastronom bewirtschaftete er das Haus Hantelmann an der Poststraße, die “Stadtschänke”, in dem bis Ende des
Krieges zwei Kegelbahnen im Betrieb waren, ohne Automatik, versteht sich. Stellautomaten für Scherenbahnen kamen erst um 1960 auf. Mit Stellautomaten wäre auch nicht möglich gewesen, was für den 28. Februar 1928
vorgesehen war - der Angriff auf den bestehenden Weltrekord über 2.000 Kugeln in die vollen. Aus heutiger Sicht eine total verrückte Disziplin und aus sportlichen Überlegungen kaum zu vertreten - vor rund 75 Jahren
dachte man eben anders.
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Der Kegel-Weltrekordler aus Ibbenbüren, Heinrich Brachmann, mit seinen Kegeljungen Fritz (rechts) und August Reichmann, 1928
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“Weltrekordinhaber” war ein Stettiner Kegler, der für diese Marathon-Strecke 5 Stunden und 20 Minuten benötigt hatte. Unser Heinrich Brachmann hatte jedoch zu seinem unbestrittenen sportlichen Können auch
noch Köpfchen. Das Schnellkegeln verlangte ein ebenso schnelles Wiederaufsetzen der Hölzer. Dafür bracuhte er nicht nur fixe Kegeljungen, die er mit Fritz und August Reichmann gefunden und trainiert
hatte, der Clou: die Kegeljungen hatten 13 Hölzer zur Verfügung. Während die Kugel anrollte, hielt der Junge mal Hölzer in der Hand, so daß direkt nach dem Kugeleinschlag zwei mal zwei Hölzer aufgestellt
werden konnten. Dieses Verfahren verkürzte die Wiederaufstellzeit des vollen Bildes ganz erheblich und entscheidend. Außerdem machte Heinrich Brachmann nicht den heute üblichen Anlauf mit drei Schritten,
sondern warf die Kugeln mit nur einem Ausfallschritt. Das war rationell und sparte Zeit.
Am 28. Februar erschienen die DKB-Kampfrichter und viele Spitzenkegler aus Leipzig, München, Dortmund,
Berlin etc. Die Zuschauer füllten die Vorräume bis auf den letzten Platz; dichtgedrängt standen viele draußen bis auf die Straße. Ärztlich wurde der Sportler von Dr. Klakschmidt überwacht. Wegen der
draußen herrschenden Kälte wurden im Lokal zusätzlich 3 Kanonenöfen aufgestellt.
Und dann lief der Weltrekordversuch; jeweils nach 500 Kugeln wurde eine kurze Pause eingelegt, um die Kondition des
Akteurs
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zu überprüfen. Doch die Fitness ließ nichts zu wünschen übrig. Nach 3 Stunden und 40 Minuten reiner Kegelzeit waren die 2.000 Kugeln geschoben und 13.448 Hölzer gefallen. Die bis dato bestehende Bestzeit war um 1
Stunde und 40 Minuten unterboten worden:
Weltrekord
Diese Rekordmeldung ging durch die Presse. Es hagelte Einladungen und schon damals wollte man den Rekordler vermarkten. Selbst die Amerikaner zeigten Interesse. Doch
da der Heinrich sich nicht gängeln ließ, gab es Differenzen mit dem DKB und so unterblieb die Welttournee.
35 Jahre nach diesem Ereignis fungierte Heinrich Brachmann noch als Kampfrichter bei Wettkämpfen der
Sportkegler. Er verstarb 1962 im Jahre “eins” der Tecklenburger Sportkegler. Der Weltrekord ist ihm geblieben.
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