|
|
 |
 |
|
Die Aufgabenstellung der Gründungsmitglieder an den Vorstand lautete: sofortige Ausrichtung der ersten Meisterschaft, um den jungen Sportgedanken tatkräftig umzusetzen. Und so brachten dann Theo Steinfort und Wilhelm
Lankamp die Sportkugeln zum Laufen. Und was es bedeutet, ein Sportprogramm aufzustellen und dieses in allen Belangen und zur Zufriedenheit aller durchzuziehen, das lernte Theo Steinfort bald kennen. Er Machte es
dann 16 Jahre lang und könnte ein Lied davon singen.
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
Und das Programm war gut. Die Begeisterung von 82 Teilnehmern in der Männerklasse an diesen ersten Meisterschaften war riesig. 78 (!) Starter standen diese Meisterschaft bis zur letzten Kugel durch. Die
Meisterschaften wurden auf den Bahnen des “Berghofes” (Hoppe-Rethmann) ausgetragen, da diese im Ibbenbürener Raum die einzigen waren mit Aufstellautomatik. Eine große Zahl der Starter zeigte einen unvorstellbaren
Trainingsfleiß: bis nach Mitternacht und morgens ab 7.00 Uhr wurde trainiert. Der Wirt bekam kaum ein Auge zu. Die Silbermärklein, 4,00 DM/Stunde, klimperten im Kasten. Das waren noch Zeiten, auch für den Bahnwirt.
Schließlich hatte die erste Kreismeisterschaft den erwarteten Einlauf: Franz Bärtels vor Karl-Josef Bärtels und Theo Steinfort; bei den Klubs “Feierabend” vor dem “Linken Pinn” und dem “KSC Püsselbüren”. Bei
den überörtlichen Meisterschaften kam dann für alle Beteiligten schnell die Erkenntnis, daß im WKV die Trauben höher als in Niedersachsen hängen. Dennoch blieben auch hier die Erfolge in den nächsten Jahren nicht
aus:
|
 |
|
|
 |
|
|
Heinz Einfeld, Junioren-Gaumeister 1964
|
|
|
 |
 |
|
Heinz Einfeld wurde Meister, Gau Westfalen-Nord, bei den Junioren 1964 mit bemerkenswerten 576 Holz. Helmut Hölzen wurde 1969 Gaumeister in Bockum-Hövel (Dortmunder 4 Bahnen) bei den Männern und
bestätigte seine gute Form durch die Gaumeisterschaft im Tandem (heute Paarkampf) zusammen mit Karl Recker.
Die ersten Versuche, eine Jugendabteilung aufzubauen, waren wenig erfolgreich. Was
Wunder: die Söhne und Töchter der Aktiven waren einfach noch zu jung. Doch dieser Zustand sollte sich schnell ändern. Sehr früh rührten sich dann auch unsere Damen, die sich mit dem Zusehen nicht länger
zufrieden geben wollten. Liesel Lankamp (Wilhelms Frau), Maria Mönninghoff, Magdalene Franz, um nur einige Namen zu nennen, waren die ersten Akteurinnen. Bei dem Aufbruch der Damen zum Sportkegeln muß
man bedenken, daß seinerzeit Damen- Gesellschaftsklubs oder gemischte Klubs kaum anzutreffen waren. Das Kegeln war noch weitgehend Männersache.
Der Sportbetrieb wurde von Jahr zu Jahr
differenzierter durchgeführt. Es kam zu Klasseneinteilungen; die Ligenspiele begannen, an denen wir mit bis zu 33 Mannschaften teilnahmen - 25 Männer- und 8 Damen- mannschaften. Die vereinsinternen
Klubmeisterschaften mit wertvollen Pokalen zählten in den ersten Jahren zu den Höhepunkten, bis diese letztlich doch den Ligenspielen geopfert wurden.
Die Klubs führten, und führen auch heute
noch, in den einzelnen Orten unseres Vereinsgebietes ein intensives Eigenleben. Dieses Eigenleben war jedoch immer in Gefahr, weil besonders Ehrgeizige und Erfolgs-
|
|
 |
hungrige die Konzentration der Kräfte predigten: Den Heinz Kockmann von Hopsten, Helmut Hölzen von Alles Wackelt, Karl-Josef Bärtels und Jürgen Ohlemeyer vom Linekn Pinn, den Franz Bärtels von Feierabend usw., das
gäbe doch eine Startruppe, mit der man nach oben durchmaschieren könnte. Dagegen stand das Beharren der Klubmehrheiten und auch die Meinung des Vorstandes: möglichst viele, die mit von der Partie sind, sind besser,
als eine kleine Gruppe von Spitzenkeglern. Über die Richtigkeit der einen oder anderen Einstellung zur Sache konnte man trefflich streiten.
|
 |
 |
|
Aber auch ohne Klubfusionen, Abwerbungen oder ähnlichem schaffte 1965 der Klub “Alles Wackelt” den Aufstieg zur Oberliga, wozu wesentlich H.Kockmann, J.Pingel, H.Hölzen, H.Schröer- lücke und K.Recker
beitrugen. Als Klubvertreter wirkte der unvergessene Manfred Lübbe. Trotz guter Zahlen konnte der Klub diese Klasse auf Dauer leider nicht halten.
Dennoch, der Verein wuchs und wuchs. Ins-
besondere die BKSA-Veranstaltungen, worüber wir noch an anderer Stelle berichten, führten uns immer wieder neue Mitglieder zu. Unsere Experten Theo und Wilhelm waren mit den Aufnahmeanträgen immer
schnell bei der Hand. Auf diese Art und Weise gab es neue Klubgründungen, so in Borghorst, Nordhorn, Ochtrup und Saerbeck.
|
|
|
 |
 |
|
Aus dem Klub Nordhorn entwickelte sich 1966 ein eigener Verein, der dann prächtig gedieh. Der Bazillus “Sportkegeln” fand auch in Lingen sein Opfer: Friedel Lieftink und Hermann Heining wurden von Franz Bärtels
missioniert, bis es dort zu einer Vereinsgründung kam. Auch dieser Verein kann heute auf eine glänzende Entwicklung zurückblicken. So wirkten wir befruchtend in die Region.
1970 und 1971 machte dann unser
Verein auf einem ganz besonderen Gebiet Furore. Der DKB/WKV hatte eine großartige Idee: Über großangelegte Kegelveranstaltungen zugunsten der “Aktion Sorgenkind”, an denen auch Nichtmitglieder sich beteiligen
konnten/sollten, wollte man neben der guten Tat die Verbreitung des Kegelsportgedankens erreichen. Die Idee war sehr gut, die Maßnahmen zur Durchsetzung waren es leider weniger. Nur wir Tecklenburger marschierten
allen voran. Unser 1.Vorsitzender, Paul Schlüter, scheute keine Mühe und brachte die Aktion zum Laufen. Beim WKV hatte man längst resigniert, wenn nur die Tecklenburger nicht gewesen wären. So mußten wir dem WKV
über P.Schlüter Nachhilfe geben. Der große Erfolg blieb auf WKV-Ebene dennoch aus. Doch was Begeisterung und persönlicher Einsatz zu bewegen vermag, hatten wir Tecklenburger einmal mehr gezeigt. Unser
Vereinsvorsitzender stand später dann bei der Schlußveranstaltung in Dortmund bei surrenden Kameras im Scheinwerferlicht. Dankschreiben des DKB/WKV an uns Tecklenburger konnte der Chronist in den Unterlagen nicht
aufspüren.
|
 |
 |
|
|
|